Frühling kommt

Magnolie voller rosafarbener Blüten
Die rosafarbenen Blüten einer Magnolie im Frühling

Alljährlich zum ersten Äquinoktium, also zur Tag-und-Nacht-Gleiche im März, die den astronomischen Frühjahrsanfang markiert, bin ich sicher: Es dauert nicht lang, bis auch der fühlbare Frühling tatsächlich kommt und alles in Blüte steht. Zum Äquinoktium sind Tag und Nacht überall auf der Erde annähernd gleich lang. Außerdem verläuft die Grenze zwischen Tag und Nacht vom Nordpol zum Südpol, steht also nicht ein wenig schräg, wie sonst im Jahr.

Das Osterparadoxon

Heute Nacht nun war Vollmond – astronomisch gesehen der erste im Frühjahr. Und nach dem bestimmt man einer Faustregel gemäß eigentlich den Ostertermin. Die Regel lautet, dass Ostern am ersten Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond ist. Nicht so dieses Jahr. Denn der Vollmond zur Osterberechnung wird tatsächlich nach einer zyklischen Reihe bestimmt: dem 19 Jahre dauernden Meton-Zyklus. Nach diesem Zyklus sagt die Kirche die Vollmonddaten seit dem Konzil von Nicäa vorher, damit alle christlichen Kirchen Ostern am gleichen Tag feiern. Das war also bereits lange vor der Umstellung auf den gregorianischen Kaleder so. Und da die Kirche auch festgelegt hat, dass Frühling nicht vor dem 21. März beginnen kann, gilt der gestrige Vollmond noch als Wintermond. Für das diesjährige Ostern gilt also erst der nächste Vollmond am 19. April.

10 Tage im Oktober

Die Schwierigkeiten der Kirche mit der Berechnung des Osterfestes waren übrigens im 16. Jahrhundert ebenfalls der Grund für die gregorianische Kalenderreform. Der damalige julianische Kalender lief den astronomischen Ereignissen des Sonnenjahres bereits 10 Tage hinterher. Auch die Mondberechnungen schwächelten. Um das zu korrigieren wurden bei der Umstellung auf den gregorianisschen Kalender kurzerhand 10 Tage im Oktober ausgelassen.