Tag des Baumes

Noch blattlose Bäume an der Straße in Wehnsen

Heute ist Tag des Baumes. Hab‘ ich gerade erfahren. Und wie es der Zufall so will, habe ich heute Bäume fotografiert, als ich unterwegs war. Bäume als Hauptmotiv, meine ich. Denn eigentlich ist auf meinen Fotografien ja häufig irgendwo ein Baum mit drauf. Zum Glück gibt es bei uns ja noch recht viele. Und wir sollten alles tun, damit das so bleibt.

Für uns, für die Umwelt und fürs Klima.

Heute, Ende April waren noch die meisten Bäume blattlos. Anders als im letzten Jahr, als um die gleiche Zeit schon Eiche wie Esche deutliches Grün zeigten.

Eichen vor norddeutschem Schäfchen Himmel
Birke im Frühjahr
Baum am Allerufer

An der Böhme

Ein erster Spaziergang nach dem kleinen Winter-Intermezzo führte uns an die Böhme. Die war leicht übergelaufen. So gab es jede Menge Wasser zu sehen. Wir haben die Sonne genossen, mussten unseren geplanten Rundgang wegen der überschwemmten Wiesen aber abbrechen.

überschwemmte Wiesen an der Böhme
Überschwemmung an der Böhme

Das Foto ist Teil der Fotoserie Wasser.

Phänologische Jahreszeit: Mit der Apfelblüte beginnt der Vollfrühling

Apfelblüten im Vollfrühling
Die Apfelblüte kennzeichnet den Anfang des Vollfrühlings

Phänologie beschäftigt sich mit den jedes Jahr wiederkehrenden Erscheinungen in der Natur. Eine dieser auffälligen Erscheinungen ist die Apfelblüte. Und die ist nicht nur besonders schön, wie auf dem Foto zu sehen ist. Sie ist auch typisch für eine jahreszeitliche Entwicklung. Mit der Apfelblüte beginnt der Vollfrühling – als phänologische Jahreszeit. Denn Apfelbäume sind sogenannte phänologische Zeigerpflanzen.

Der Zeitpunkt der beginnenden Apfelblüte ist über Jahrzehnte aufgezeichnet und analysiert worden. Die Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen hier einen linearen Trend. Nach diesem Trend hat sich das mittlere Eintrittsdatum des Vollfrühlings seit 1951 vom 130 Tag des Kalenderjahres um ungefähr 15 Tage nach vorne verschoben. Im Vergleich zum rechnerischen Mittel von 1991 bis 2010 lag dieses Datum 2018 mit dem 22. April etwas mehr als eine Woche früher.

In ähnlicher Weise, wenn auch geringfügig weniger als bei der Apfelblüte im Vollfrühling, hat sich der Eintritt des Erstfrühlings nach vorne geschoben. Der beginnt phänologisch, wenn die gelben Forsythien blühen.

Die Infos zum Beginn der phänologischen Jahreszeiten stammen vom Deutschen Wetterdienst:
Mittleres Eintrittsdatum des Vollfrühlings in Deutschland seit 1951, Leitphase: Apfel – Website Deutscher Wetterdienst > Klima und Umwelt > Klimaüberwachtung > Phänologie
Mittleres Eintrittsdatum des Erstfrühlings in Deutschland seit 1951, Leitphase: Forsythie – Website Deutscher Wetterdienst, Klima und Umwelt, Klimaüberwachtung, Phänologie

Holunderblüten

Holunderblütendolde
Holunderblüten sind nicht nur ein Hingucker – auch der Geruch ist angenehm

Der Strauch ist jedem Kind aus einem der bekanntesten deutschen Abzählreime als Hollerbusch bekannt. Viele schätzen den schwarzen Holunder und pflücken seine dunkelblauen reifen Beeren. Daraus kann man im Sommer vorsorglich für die Erkältungszeit vitaminreichen Holunderbeersaft zubereiten. Aber auch schon viel früher im Jahr, zur Blütezeit des Holunders Ende Mai, Anfang Juni, lohnt sich ein Spaziergang vorbei an Holunderbüschen. Aus den Holunderblüten machen experimentierfreudige Geister Holundersekt.

Da den Blüten Naturhefen anhaften, setzen sie eine alkoholischen Gärprozess in Gang, wenn man sie in Zitronen-Zucker-Wasser einlegt und das Ganze später auf Flaschen füllt. Das Ergebnis ist ein leicht moussierender, schwach alkoholischer Wein – wenn alles gelingt. Oder ein klebriger Kellerboden voller Glasscherben. Da bei der Gärung Gase entstehen, hat schon so manche Holundersekt-Flasche mit Getöse dem Druck nach- und ihren Inhalt wieder freigegeben.

Alternative: Holundersirup statt Holundersekt

Etwas weniger riskant ist es, Holunderblütensirup herzustellen. Man nehme dazu eine nicht zu geringe Anzahl frisch gesammelter Holunderblütendolden, jede Menge Zucker, Wasser, Zitronensaft und nach Belieben ungespritzte Zitronen, Orangen (samt etwas von ihrer dünn abgeschälter Zeste bzw. Schale) oder auch kleine Bitterorangen. Aus dem Zucker und dem Wasser koche man einen Sirup. In den noch heißen Sirup gebe man zunächst die Zitrusfrüchte und danach die Holunderblüten. Darüber wie lange die Holunderblüten im Sirup ziehen sollen, scheiden sich die Geister. Die Angaben schwanken zwischen 12 Stunden und mehreren Tagen.

Das einfachste ist es sicher, zwischendurch mal zu probieren, ob der Geschmack für den eigenen Geschmack schon intensiv genug ist. Ist das der Fall, wird der Holunderblütensirup  durch ein Sieb oder Tuch gefiltert und in Flaschen gefüllt. Er schmeckt in Sekt (der sich dann Hugo nennt), aber auch in anderen Kaltgetränken. Oder man verfeinert seinen Pudding mit Holunderblütensirup. Da sind dem Erfindungsgeist kaum Grenzen gesetzt.

Verwechslungsgefahr?

Verwechseln kann man den schwarzen Holunder angeblich mit dem gefleckten Schierling- einer wirklich giftigen Pflanze. Der gefleckte Schierling allerdings ist kein Busch – auch wenn er bis zu 2 Meter hoch werden kann. Die Blüten mögen sich ähnlich sein, die ganzen Pflanzen lassen sich eigentlich gut unterscheiden. Da man die Holunderblüten ja direkt vom Busch selbst pflückt und nicht vom Boden aufsammelt, ist die Gefahr der Verwechslung wohl – sagen wir mal – beherrschbar. Größere Ähnlichkeit des schwarzen Holunders besteht mit einem nahen Verwandten: dem roten Holunder – der giftige Substanzen enthält. Dessen Blütenstände sind allerdings kegelig, spitzer zulaufend und stehend und nicht tellerförmig wie beim schwarzen Holunder. Natürlich gilt beim Sammeln in der Natur immer: Wer sich nicht sicher ist, sollte lieber verzichten.