Holunderblüten

Holunderblütendolde
Holunderblüten sind nicht nur ein Hingucker – auch der Geruch ist angenehm

Der Strauch ist jedem Kind aus einem der bekanntesten deutschen Abzählreime als Hollerbusch bekannt. Viele schätzen den schwarzen Holunder und pflücken seine dunkelblauen reifen Beeren. Daraus kann man im Sommer vorsorglich für die Erkältungszeit vitaminreichen Holunderbeersaft zubereiten. Aber auch schon viel früher im Jahr, zur Blütezeit des Holunders Ende Mai, Anfang Juni, lohnt sich ein Spaziergang vorbei an Holunderbüschen. Aus den Holunderblüten machen experimentierfreudige Geister Holundersekt.

Da den Blüten Naturhefen anhaften, setzen sie eine alkoholischen Gärprozess in Gang, wenn man sie in Zitronen-Zucker-Wasser einlegt und das Ganze später auf Flaschen füllt. Das Ergebnis ist ein leicht moussierender, schwach alkoholischer Wein – wenn alles gelingt. Oder ein klebriger Kellerboden voller Glasscherben. Da bei der Gärung Gase entstehen, hat schon so manche Holundersekt-Flasche mit Getöse dem Druck nach- und ihren Inhalt wieder freigegeben.

Alternative: Holundersirup statt Holundersekt

Etwas weniger riskant ist es, Holunderblütensirup herzustellen. Man nehme dazu eine nicht zu geringe Anzahl frisch gesammelter Holunderblütendolden, jede Menge Zucker, Wasser, Zitronensaft und nach Belieben ungespritzte Zitronen, Orangen (samt etwas von ihrer dünn abgeschälter Zeste bzw. Schale) oder auch kleine Bitterorangen. Aus dem Zucker und dem Wasser koche man einen Sirup. In den noch heißen Sirup gebe man zunächst die Zitrusfrüchte und danach die Holunderblüten. Darüber wie lange die Holunderblüten im Sirup ziehen sollen, scheiden sich die Geister. Die Angaben schwanken zwischen 12 Stunden und mehreren Tagen.

Das einfachste ist es sicher, zwischendurch mal zu probieren, ob der Geschmack für den eigenen Geschmack schon intensiv genug ist. Ist das der Fall, wird der Holunderblütensirup  durch ein Sieb oder Tuch gefiltert und in Flaschen gefüllt. Er schmeckt in Sekt (der sich dann Hugo nennt), aber auch in anderen Kaltgetränken. Oder man verfeinert seinen Pudding mit Holunderblütensirup. Da sind dem Erfindungsgeist kaum Grenzen gesetzt.

Verwechslungsgefahr?

Verwechseln kann man den schwarzen Holunder angeblich mit dem gefleckten Schierling- einer wirklich giftigen Pflanze. Der gefleckte Schierling allerdings ist kein Busch – auch wenn er bis zu 2 Meter hoch werden kann. Die Blüten mögen sich ähnlich sein, die ganzen Pflanzen lassen sich eigentlich gut unterscheiden. Da man die Holunderblüten ja direkt vom Busch selbst pflückt und nicht vom Boden aufsammelt, ist die Gefahr der Verwechslung wohl – sagen wir mal – beherrschbar. Größere Ähnlichkeit des schwarzen Holunders besteht mit einem nahen Verwandten: dem roten Holunder – der giftige Substanzen enthält. Dessen Blütenstände sind allerdings kegelig, spitzer zulaufend und stehend und nicht tellerförmig wie beim schwarzen Holunder. Natürlich gilt beim Sammeln in der Natur immer: Wer sich nicht sicher ist, sollte lieber verzichten.

Bärlauch im Waldmeister-Buchenwald

Bärlauch im Waldmeister-Buchenwald
Bärlauch im Waldmeister-Buchenwald

Der würzige Geruch begrüßt den Wanderer bereits,  wenn er sich im Frühjahr um den 1. Mai herum dem Wald nähert. Einen Teppich weißer Blüten sieht man ebenfalls aus der Ferne leuchten. Denn Bärlauch bedeckt weite Teile des Waldbodens. Dazwischen stehen nicht ganz so auffällig Waldmeister, Bingelkraut und gelbe Windröschen. Die Rede ist vom Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum). Seine kalkhaltigen oder basischen Böden bescheren ihm eine üppige Krautschicht.

Auf der Suche nach Bärlauch wäre man in einem solchen Wald also genau richtig.  Der Name Bärlauch soll übrigens darauf zurückgehen, dass Bären ihn nach dem Winterschlaf gerne als erstes gefressen haben sollen. Aber auch Waldmeister findet sich und trägt sein Quäntchen zum olfaktorischen Gesamteindruck bei. In jedem Fall ist ein Spaziergang im intakten Waldmeister-Buchenwald wegen der Artenvielfalt ein eindrucksvolles Natur-Erlebnis.

Beim Sammeln der Bärlauchblätter muss man sich klar sein, dass die noch blütenlose Pflanze mit stark giftigen Pflanzen verwechselt werden kann: Mit dem Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen. Beide können zur gleichen Zeit und am gleichen Standort vorkommen. Es gilt also: ist man nicht sicher, stehen lassen! Sammelt man, heißt es: Jede Pflanze vor dem Pflücken genau anschauen! Die Unterscheidung vom Maiglöckchen ist vergleichsweise deutlich – Bärlauchblätter wachsen immer einzeln am Stengel, d. h. ein Stengel, ein Blatt. Beim Maiglöckchen wachsen je zwei Blätter an einem Stengel. Bei der stark giftigen Herbstzeitlosen ist die Unterscheidung schon etwas schwieriger,  weil auch sie am gleichen Standort vorkommt und zwischen Bärlauchpflanzen stehen könnte. Bei ihr wachsen mehrere, dem Bärlauch aber sehr ähnliche Blätter aus einem bzw. um einen Stengel.

Eine Alternative: Eindrücke sammeln und dem Aurorafalter hinterherschauen.

 

 

Löwenzahnblüten

Löwenzahnblüten in und neben Papierkugel
Diese Löwenzahnblüten dienten nur der Dekoration

Noch war die Wiese gelb gepunktet von den Löwenzahnblüten. Ich habe ein paar Handvoll dieser sonnengelben Pracht zum Fotografieren vor dem Rasenmäher gerettet. Doch das ist nicht das einzige, wofür sie sich eignen. Der gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum) ist ziemlich vielseitig. Dass man Salat aus den jungen Blättern zubereiten kann, ist seit der ersten Ökowelle in den 80er Jahren ja ziemlich bekannt – und hat seinerzeit Anlass zu allerlei Spott geboten. Aus den Wurzeln lässt sich Sirup oder Gelee herstellen. Die Wurzeln verarbeitete man in Mangeljahren geröstet zu Ersatzkaffee.

In jedem Falle werden die gelben Blüten gerne von Bienen und Hummeln angeflogen – sind also eine gute Bienenweide. Das allein sollte dazu führen, diese schöne Pflanze nicht als Unkraut zu betrachten. Doch auch aus pharmazeutischer Sicht, ist sie nicht zu verachten. Kein Unkraut eben, sondern eine Heilpflanze. Löwenzahn hat harntreibende und appetitanregende Wirkung, liefert Inulin und seine Inhaltsstoffe sind sogar in der Onkologie als therapiebegleitende Mittel im Gespräch.

Aber damit nicht genug: Eine seiner Arten, der russische Löwenzahn, oder Taraxacum koksaghyz, produziert besonders viel Milchsaft, der als Ersatz für Naturkautschuk genutzt werden soll.

Beginn der Krabbensaison

Kutter im Husumer Außenhafen
Krabbenkutter im Außenhafen von Husum

Die Krabbenfischer in Schleswig-Holstein haben vor ein paar Tagen bei guten Fangmöglichkeiten die Krabbensaison gestartet (1). Die Preise für Granat, wie man die Nordseekrabben auch nennt, unterlagen im vergangenen Jahr starken Schwankungen. Der hohe Krabbenpreis zu Beginn der Krabbensaison 2018 schaffte es sogar bis in die Schlagzeilen.

Wird dem Norddeutschen nämlich das Krabbenbrötchen zu teuer, kann er schon mal muulsch werden (platt für: ungehalten). Innerhalb kurzer Zeit sank der Erzeugerpreis jedoch wegen guter Fänge wieder auf ein Drittel der Rekordpreise.

Zur Freude aller Liebhaber dieser norddeutschen Spezialität sind auch zu Beginn dieser Krabbensaison die Fangaussichten gut und die Preise erschwinglich.

Das Foto zeigt einen Husumer Kutter Mitte Juni 2018, der im dortigen Außenhafen gerade frisch gestrichen wurde. Gegenüber sieht man den Fischmarkt am Kutterhafen.

(1) Die Infos zum Saisonstart entstammen der Pressemitteilung des Verbands der deutschen Kutter- und Küstenfischer e.V. im Deutschen Fischereiverband vom 3. April 2019.